Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft (AHG)

Die Gründung des Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft (AHG) geht auf einen Abend am 20. Juni 1972 zurück, an dem sich eine Gruppe Studierender in der Gaststätte im neuen Wiehrebahnhof in Freiburg zusammenschloss. Die Initiative wurde maßgeblich durch Rosa von Braunheims Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“, die erste schwule Demonstration in Münster sowie die Impulse der 68er-Bewegung und der Stonewall-Aufstände in den USA angeregt.

Aus diesem ursprünglichen Kreis entwickelten sich zwei unterschiedliche Strömungen: die revolutionär orientierte Basisgruppe Homosexualität und Gesellschaft (H6G) und der eher gemäßigte, bürgerlich-liberale Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft (AHG).

Während die H6G die Befreiung der Homosexuellen als Teil eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels begriff und die Überwindung von Kapitalismus und patriarchalen Strukturen forderte, setzte der AHG auf Dialog und Reformen innerhalb des bestehenden Systems.

Entwicklung der AHG, Donatus Stieler (02.02.1974)
Queere Geschichte*n Freiburg – Station 27: Homosexuelle Aktionsgruppe H6G