Die Tradition der Freiburger Frauenfeten nahm ihren Anfang im Jahr 1973 in einem besetzten Haus in der Hummelstraße, in dem Feministinnen auch einen Kleidertauschladen betrieben. Nach der Räumung dieses Hauses wurden die Feierlichkeiten zunächst im soziologischen Institut in der Günterstalstraße fortgesetzt, bevor sie in die Katholische Hochschule in Herdern umzogen. Da lesbisch-feministische Veranstaltungen dort offiziell nicht gerne gesehen waren, entstand in der Szene der verschlüsselte Begriff „Fete am bekannten Ort“ als Code für diese Zusammenkünfte. Solche Räume boten für Lesben und Bisexuelle eine wichtige Möglichkeit, abseits der Heteronormativität in einem geschützten Rahmen gemeinsam zu tanzen und sich zu vernetzen.
In den folgenden Jahrzehnten verstetigten sich diese Angebote, wobei insbesondere das 1976 bezogene Frauenzentrum in der Luisenstraße als zentraler Rückzugsort diente, an dem regelmäßig „verschwörerische Feste“ mit unverkennbar lesbischem Anstrich stattfanden. Ein weiterer bedeutender Teil dieser Kultur wurden die Walpurgisnacht-Demos und -Feiern, die maßgeblich von Lesben organisiert wurden, um sich den öffentlichen Raum symbolisch zurückzuholen.
