Das Bobbele, das als die erste Kneipe für Schwule und Lesben in Freiburg überhaupt gilt, wurde laut den Quellen im Jahr 1966 in der Günterstalstraße 53 offiziell eröffnet. Bei dem Lokal handelte es sich um ein wirtshausmäßig eingerichtetes Kellerlokal, das über lange Zeit von dem schwulen Paar Donatus und Gert geführt wurde. Während einige Berichte das Bobbele bereits in den späten 1950er-Jahren als wichtigen Szenetreff unter der Leitung von Gerd Krug erwähnen, festigte es in den 1960er-Jahren seine Rolle als die einzige Ausgehmöglichkeit für Schwule und Lesben in Freiburg. An der Stelle des ehemaligen Lokals befindet sich in der heutigen Zeit das „Dartstüble“.
Aufgrund der damaligen gesellschaftlichen Situation waren besondere Vorkehrungen zum Schutz der Besucher notwendig; so musste man am Eingang klingeln und wurde durch eine winzige Holzklappe begutachtet, bevor man eingelassen wurde,. Das Innere war durch ein gegen das Halbdunkel gerichtetes „Tuntenbarock“ geprägt und bot einen Raum, in dem sich die Gäste sicher genug fühlten, um miteinander zu tanzen, zu schmusen und zu knutschen. Das Bobbele war nicht nur bei Einheimischen beliebt, sondern wurde auch häufig von Gästen aus der Schweiz und Frankreich besucht, die hier die notwendige Anonymität und Diskretion fanden. Gegen Ende seiner Bestehenszeit wurde das Lokal in „Mylord“ umbenannt, bevor es schließlich 1974 schloss.
Quellen: SIF-Magazin (Dezember/Januar 2010)
