CSD Freiburg 2023: Motto, Videos, Interviews, Stellungnahmen

CSD Freiburg 2023

Über 17.000 Menschen haben am CSD Freiburg 2023 teilgenommen. Der Freiburger CSD wird organisiert von: CSD Freiburg e.V.

100 Jahre CSD Freiburg – traditionsbewusst und grundsolide

Schwule Welle – Interview mit CSD-Orga-Team – 15.06.2023

Müssen wir in 100 Jahren immer noch einen CSD veranstalten, um auf Diskriminierung aufmerksam zu machen? Oder leben wir in einer freien Gesellschaft?

Von unseren über zwei Dutzend Forderungen der letzten 10 Jahre wurden bis heute so gut wie keine erfüllt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Pride-Paraden und CSDs die größten politischen Versammlungen in Deutschland sind, stimmt uns das pessimistisch bis wütend – und wir fragen uns, wie lange es noch dauert, bis alle unsere Forderungen erfüllt sein werden.

Wir würden den CSD gerne ausschließlich als Fest unserer Identitäten und queerer Kultur feiern – und diesen Gedenktag nicht nutzen müssen, um unsere Rechte einzufordern.

Leider werden und wurden queere Menschen traditionell diskriminiert. Hierbei spielt unter anderem Religion als moralische Rechtfertigung eine tragende Rolle.

Diskriminierung mit Tradition zu begründen, lehnen wir genauso ab wie diskriminierende Traditionen. Es gibt viel Schwachsinn, der als Tadition verkauft oder mit Tradition begründet wird. Dabei ist es wichtig, Tradition nicht einfach nur hinzunehmen, sondern vielmehr diese zu hinterfragen und ihre Aktualität und Sinnhaftigkeit zu überpfüfen. Die traditionelle Vorstellung des Schwarzwaldes ist zum Beispiel der Bollenhut. Wusstet ihr, dass Bollenhüte lediglich in 3 Gemeinden eine historische Tradition haben? Oder, dass Trachten mehrheitlich eine Erfindung des Adels waren, um das Proletariat zu mokieren?

Wir als der CSD Freiburg stehen für eine kritische Betrachtung des Traditionsbegriffs und lehnen jegliche Form von unterdrückender und ausgrenzender Machtausübung ab.

Handlungen und Denkweisen werden damit gerechtfertigt, dass sie “schon immer so waren” – gehen jedoch besonders von denen aus, die sich in einer Machtposition befinden. Marginalisierte Gruppen – wie queere Menschen oder BIPoC – gab es allerdings auch schon immer, werden aber von und durch Traditionen ausgeschlossen. Ein queerer Konservatismus würde sich deshalb erst noch beweisen müssen.

Wir hinterfragen Traditionen nicht nur bewusst, sondern setzen uns dafür ein, dass diese fluide bleiben.

Antifaschismus gehört für uns als Queers zu unserer grundsoliden Überzeugung.

Wir sind und bleiben außerdem vegan, queer, herrschaftskritisch und solidarisch.

Wir haben es geschafft, die letzten 10 Jahre einen unkommerziellen CSD in Freiburg zu veranstalten und unsere Forderungen unverfälscht in den Mittelpunkt zu stellen.

Seid ihr bei unserer Vision dabei, den CSD in 100 Jahren nur noch aus Tradition zu feiern und nicht, weil er politisch und gesellschaftlich notwendig ist?

In diesem Sinne: Friede den Bollenhüten!

Quelle: CSD Freiburg e.V. – instagram.com/p/CsiF0h-qclx


Da die Ironie in unserem diesjährigen Logo/Motto offenbar nicht von allen Betrachtenden verstanden wurde, hier nochmal in aller Kürze und prägnant zum Mitschreiben:

Der Freiburger CSD steht für Frieden, Mitgefühl, ein solidarisches Miteinander, die Gleichberechtigung aller Menschen und queere Emanzipation.

Tendenzen die zu einer Spaltung der queeren Community führen lehnen wir ab.

Antifaschismus hat für uns weder etwas mit Gewalt zu tun noch mit Linksradikalismus. Antifaschistisch sollten alle sein, die den Faschismus ablehnen. Eine antifaschistische Grundhaltung ist für uns deshalb grundsolide.

Wir, als CSD Freiburg, stehen für eine Zukunft in der queere Menschen frei von Diskriminierung leben und lieben können – überall !!!

Eure CSD-Freiburg Orga


Quelle: CSD Freiburg e.V. – https://www.instagram.com/p/Ct3mts6KeDU/

Quelle: SWR

Stellungnahmen zur Presseerklärung des LSVD Baden-Württemberg:

23.06.23 | CSD Freiburg e.V.

Stellungnahme des CSD Freiburg zu den Behauptungen des Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Baden-Württemberg und der IG CSD Stuttgart (CSD-Orga)

Zwei Tage vor dem Freiburger CSD haben wir eigentlich anderes zu tun, als uns damit zu beschäftigen, welche Einzelgruppierungen aus welchen Gründen nicht am CSD teilnehmen.

Die Behauptungen vom LSVD Baden-Württemberg und der Orga des CSD Stuttgart wollen und können wir dann doch nicht unkommentiert stehen lassen.

Beide genannten Verbände sind „entsetzt“ darüber, dass wir als CSD Freiburg das Logo der „Antifaschistischen Aktion“ verwenden, um uns klar gegen Faschismus zu positionieren. Es ist schon erstaunlich, dass sowohl LSVD als auch die Verantwortlichen des CSD Stuttgart sich ernsthaft aufgrund unserer antifaschistischen Symbolik entsetzt zeigen, während sich bundes- und weltweit ein rechter Rollback vollzieht; bzw. während in Deutschland eine rechtsextreme Partei in Umfragen bei über 20% steht, im Nachbarland Polen LGBT-freie Zonen errichtet werden oder in Italien eine faschistische Partei regiert, um nur wenige Beispiele zu nennen.

In Anbetracht der Tatsache, dass wir als queere Community weltweit zunehmend von Rechts bedroht und angegriffen werden, empfinden wir die Position von LSVD und dem Stuttgarter CSD als äußerst besorgniserregend und gefährlich.

Wenn der LSVD Baden-Württemberg sich, wie beschrieben, für Kindeswohl engagiert, sollte es doch das ureigenste Interesse sein, sich mit allen Kräften dafür einzusetzen, dass kein Kind mehr unter Faschismus leiden muss. Um eine Zukunft sicher zu stellen, in der alle Kinder sich frei entfalten können, ist es doch unerlässlich sich ganz klar antifaschistisch zu positionieren.

„Nie wieder Faschismus“ sind wir den Betroffenen und Widerstandskämpfer*innen der Vergangenheit schuldig.

Und „Nie wieder Faschismus“ ist unsere Verantwortung als erwachsene, politisch handelnde Menschen für die Zukunft!

Antifaschismus ist für uns als CSD Freiburg eine grundsolide Haltung, die alle Menschen haben sollten, die den Faschismus ablehnen. Antifaschismus ist für uns nicht linksradikal und hat auch nichts mit Randale und Sachbeschädigungen zu tun.

Dass uns der LSVD Baden-Württemberg vorwirft, dass wir „offen für Linksradikalismus (werben)(…) oder im direkten Zusammenhang mit gewaltbereiten Gruppierungen“ stehen ist eine Unverschämtheit!

Wir fragen uns mit welchem politischen Interesse der LSVD Baden-Württemberg derart über das Ziel hinausschießt und offenbar jeden Bezug zur Realität verloren hat.

Alle, die in den vergangenen 10 Jahren beim CSD in Freiburg dabei waren, wissen, was für ein friedliches und buntes Fest der CSD hier ist.

Da auch der LSVD Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren beim CSD in Freiburg dabei war, dürfte dem Verband nicht entgangen sein, dass wir uns seit Anbeginn ganz klar und deutlich antifaschistisch positioniert haben. Und unser Erfolg gibt uns Recht, was auch die stetig wachsende Zahl an Teilnehmenden zeigt.

Das Symbol der „Antifaschistischen Aktion“ ist seit den 30er Jahren ein Zeichen für die Einheit im Kampf gegen den Faschismus. Dass es angesichts der politischen Entwicklungen heute wieder wichtiger denn je scheint, sich antifaschistisch zu positionieren, muss auch ein Anliegen der queeren Community sein.

Dass Detlef Raasch, als Vorsitzender der IG CSD Stuttgart, jede Art des Radikalismus strikt ablehnt und damit offensichtlich antifaschistische Symbolik meint, ist sehr traurig, wenn wir uns die realen Bedrohungen und Angriffe auf unsere Community durch rechte und religiöse Fanatiker*innen ansehen.

Dass Raasch vom CSD Stuttgart vor seiner Positionierung das Gespräch mit dem Freiburger CSD gesucht hat, wie in der Stellungnahme des LSVD behauptet, ist schlichtweg falsch. Ein derartiges Gespräch hat es nie gegeben.

Abschließend wird uns als CSD Freiburg vorgeworfen, dass wir mit unserer antifaschistischen Symbolik „rechtsextreme Gruppierungen erst recht locken“ würden.

Lieber LSVD Baden-Württemberg, lieber CSD Stuttgart, ist euch ernsthaft entgangen, wieviele queerfeindliche Übergriffe und Angriffe auf Prides es seit Jahren gibt; und zwar auch im Umfeld von CSDs, die sich nicht explizit antifaschistisch positioniert haben???

Und kann es ernsthaft die Lösung sein, sich als queerer Mensch aus Angst vor Einschüchterung durch Rechtsextreme wieder zu verstecken?

Schließlich hätte es Stonewall ohne queere Wehrhaftigkeit nicht gegeben!

Mit einem Blick auf die Geschichte und Gegenwart der queeren Community sind wir es der Zukunft schuldig, HIER und JETZT für den Antifaschismus einzustehen.

Der Text des LSVD Baden-Württemberg und der IG CSD-Stuttgart ist populistisch, unverschämt und in Teilen einfach unwahr.

Wir fragen uns deshalb, welches Interesse die beiden Akteur*innen mit diesem Frontalangriff verfolgen?

In diesem Sinne queere und antifaschistische Grüße aus Freiburg,

eure CSD-Orga

Link zur Stellungnahme des LSVD Baden-Württemberg:

https://ba-wue.lsvd.de/…/warum-wir-zusammen-mit-der-ig…/


Quelle: Post at Facebook

23.06.23 | Rosa Hilfe Freiburg e.V.

Die Pressemeldung von LSVD Baden-Württemberg und IG CSD Stuttgart und der damit angekündigte Boykott des diesjährigen CSD in Freiburg hat uns überrascht und macht uns auch Sorge.

Unterschiedliche Sichtweisen sollten wir in der Community solidarisch diskutieren und unsere Kritik nicht zu einem Zeitpunkt und in einer Form in die Öffentlichkeit bringen, die möglichst hohe Click-Raten und Massen von Kommentaren generiert.

Die Rosa Hilfe Freiburg wird wie geplant mit einer Fußgruppe an der Parade teilnehmen, mit einem Infostand auf dem Festplatz präsent sein und auch einen Redebeitrag leisten. Auch wir teilen nicht alle Positionen des Freiburger CSD-Vereins, sind uns aber auch sicher, dass ein politischer CSD, eine Demonstration mit politischen Forderungen und eindeutiger Benennung der gesellschaftlichen Herausforderungen auch hier in Freiburg wichtig war, ist und in absehbarer Zeit wohl auch bleiben wird.

Wenn Queerfeindlichkeit, Rassismus und andere gruppenbezogene Abwertungen und Gewalterfahrungen in unserer Gesellschaft eher zunehmen als abgebaut werden, sollte die Community ihre Kräfte bündeln und in all ihrer Verschiedenheit füreinander einstehen.

Der CSD ist mehr und größer als der Freiburger CSD-Verein. Wir gehen als Rosa Hilfe zum CSD mit unseren Themen, unseren Anliegen und unseren Forderungen. Seit fast 40 Jahren engagieren sich in der Rosa Hilfe Freiburg queere Menschen für queere Menschen – trotz oder wegen des § 175 StGB, trotz oder wegen der Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen in der Gesellschaft und auch der Community, trotz oder wegen der besonderen Schutzbedarfe queerer Geflüchteter. Gerade die Unterstützung queerer Geflüchteter ist seit 2015 ein wichtiges Anliegen der Rosa Hilfe. Viele unserer neu angekommenen queeren Freund*innen fiebern seit Monaten auf die CSD-Parade und das Fest hin. Hier haben sie erstmals die Möglichkeit, sich so offen mit so vielen anderen queeren Menschen zu zeigen.

Die Rosa Hilfe Freiburg muss sich mit ihrer Arbeit und ihren Positionen nicht verstecken und wir müssen auch nicht über jedes Stöckchen springen, dass gerade politische Aufmerksamkeit bekommt. Dass unser Verein eine antifaschistische Grundhaltung hat, ergibt sich schon aus unserer Geschichte. Über Jahrzehnte war der Rosa Winkel das Vereins-Logo. Trotzdem wird uns niemand für „gewaltbereite Linksradikale“ halten, wenn wir am Samstag an der Parade teilnehmen und mit einem Infostand unsere Themen präsentieren.

Wir werden auf der Straße sein.

Für unsere Sichtbarkeit und für alle die Menschen, für die unsere Arbeit wichtig und relevant ist.

Vorstand und Geschäftsstelle der Rosa Hilfe Freiburg e.V


Quelle: https://www.instagram.com/p/Ct2VAFBKIPR/

23.06.23 | FLUSS e.V.

Wir sind entsetzt über die Pressemitteilung des LSVD Baden-Württemberg e.V. und IG CSD Stuttgart. Ein solches Statement ungeachtet der möglichen Konsequenzen so kurzfristig zu veröffentlichen, sehen wir kritisch.

Bereits jetzt gibt es eine Vielzahl von Presseartikeln, die das Thema prominent aufnehmen, und so vom Grund, warum es heute noch einen CSD braucht, ablenken. Und nicht nur das, hinzu kommen Unmengen an hasserfüllten Kommentarspalten. Es gibt leider mehr als genug Menschen außerhalb der gesamten queeren Community, die die Geschehnisse nun zu ihren Gunsten nutzen.

Als Verein, der Bildungsarbeit leistet, kommen wir immer wieder mit Queerfeindlichkeit und Gewalt gegen queere Menschen in Kontakt. Auch in den Beratungen, die wir tätigen, geht es häufig um die fehlende Akzeptanz der Gesellschaft queeren Gruppen gegenüber und daraus resultierende Gewalterfahrungen. Daran wird deutlich, dass wir noch lange nicht an einem Punkt gesellschaftlicher Akzeptanz sind und das Erstreiten dieser weiterhin notwendig ist.

Auf Grund dieser Erfahrungen sind wir sehr froh darüber, dass sich der CSD Freiburg als Demonstration mit politischen Forderungen versteht, immer verstanden hat und sich diesbezüglich klar und antifaschistisch positioniert. Es ist so wichtig, den Grund, warum wir auf die Straßen gehen, nicht aus den Augen zu verlieren.

Mögliche Kritik an der CSD-Orga sollten wir auch weiterhin solidarisch untereinander in der Community und nicht in der Öffentlichkeit diskutieren und lösen. Keinesfalls spalterisch, wie die Vorgehensweise einiger Akteur*innen auf uns wirken.

Um eine Zukunft zu haben, in der ein CSD ein „weltoffenes Miteinander aller Menschen, egal, wen sie lieben, was sie glauben, wie sie aussehen oder welcher demokratisch verankerten Partei sie angehören“ widerspiegelt und für „Regenbogenfamilien und [] für Familienrechte und Kindeswohl ein[tritt]“, wie es im Statement des LSVD BaWü heißt, müssen zunächst noch einige gesetzliche und gesellschaftliche Hürden genommen werden. Diesen Kampf können und werden wir nicht ausblenden.

Wir teilen die Vision, den CSD in 100 Jahren nur noch aus Tradition feiern zu können und hoffen, dass dieser politisch und gesellschaftlich dann nicht mehr notwendig sein wird.

Damit dies möglich ist, werden wir bis dahin fest an der Seite des CSD Vereins stehen. Wir werden im Rahmen unserer Arbeit von FLUSS e.V. und darüber hinaus, weiterhin für diese Zukunftsvision kämpfen.

The first pride was a riot.


Quelle: Facebook

23.06.23 | Regenbogenreferat des AStA der Uni Freiburg

Wir, das Regenbogenreferat der Universität Freiburg, sind geschockt über die Stellungnahme des LSVD Baden-Württemberg und der IG CSD Stuttgart bezüglich des Freiburger CSDs. Dem CSD Freiburg zu unterstellen, dass er “offen für Linksradikalismus wirbt oder im direkten Zusammenhang mit gewaltbereiten Gruppierungen steht” empfinden wir als schlichtweg falsch.

Eine antifaschistische Grundhaltung ist und bleibt notwendig, wie vor allem die Ereignisse um die letzten CSDs und auch in den letzten Jahren generell gezeigt haben. Hetze und Queerfeindlichkeit aus rechten Lagern nimmt systematisch zu. Der CSD war und ist schon immer eine Demonstration und eben nicht nur eine lustige Party oder eine bloße Spaßveranstaltung. Wir sollten nicht vergessen, woher der CSD kommt und was sich die Community bereits alles erkämpft hat und was noch zu erkämpfen ist! Der CSD Freiburg ist dabei einer der wenigen CSDs in Deutschland, der sich als klar antifaschistisch, politisch und nichtkommerziell versteht und positioniert. Das finden wir wichtig und richtig! Rechte haben wir uns schon immer erkämpft und nicht durch Anpassung oder Verstecken erlangt.

Darüber hinaus finden wir die Argumentation vom LSVD, dass der Freiburger CSD nicht kinder-/familienfreundlich sei, extremst problematisch. Genau diese Argumentation wird der LGBTQ+ Bewegung seit ihrem Beginn von Rechten und Konservativen immer wieder entgegengeworfen und ist auch heute weiterhin eine beliebte Rhetorik zur Stigmatisierung und Marginalisierung queerer Menschen. Diese dann als queerer Verein selbst gegenüber anderen queeren Vereinen und Aktivist*innen zu verwenden, empfinden wir als bestenfalls ignorant und schlimmstenfalls gefährlich. Auch das Argument, dass der CSD Freiburg durch eine klar antifaschistische Positionierung rechte Gruppierungen anlocken würde, ist klar als eine Form von Victim Blaming zu kategorisieren. Auch später hinzugefügte Änderungen an dem Statement lenken nicht von ursprünglichen Formulierungen ab oder machen diese ungeschehen.

Vollste Solidarität mit dem @csdfreiburg!


Quelle: https://www.instagram.com/p/Ct2O2dUqpl6/

Absagen an der Teilnahme am CSD:

21.06.23 | LSVD Baden-Württemberg

Warum wir zusammen mit der IG CSD Stuttgart dieses Jahr nicht am CSD Freiburg teilnehmen

Absage für den CSD Freiburg: Die IG CSD Stuttgart und der Landesverband Baden-Württemberg im Lesben- und Schwulenverband Deutschlands werden in diesem Jahr nicht am CSD in Freiburg teilnehmen.

Die Vorstände beider Vereine finden bedenklich, dass der CSD Freiburg das Logo der Antifaschistischen Aktion nutzt, um den CSD Freiburg zu bewerben und dieses in das eigene Logo integriert. Zudem ist die Figur auf dem Motiv, eine Anlehnung an ein klassisches „Schwarzwaldmädel“ mit Bollenhut, vermummt, was beide Vereine ebenfalls ablehnen.

„Wir haben in den letzten Jahren sehr gerne in Freiburg teilgenommen, stets zusammen mit ILSE Freiburg, der Initiative queerer Eltern. Der LSVD steht insbesondere in Baden-Württemberg für Regenbogenfamilien. Auch wenn das Motiv der diesjährigen Kampagne des CSD Freiburg ironisch gemeint sein soll – wir können als familienorientierter Verband an keiner Veranstaltung teilnehmen, die durch ihr Motiv einen Zusammenhang mit Linksradikalismus oder gewaltbereiten Gruppierungen herstellt“, so Kerstin Rudat aus dem Vorstand des LSVD BW.

Detlef Raasch, der Vorsitzende der IG CSD Stuttgart, ergänzt: „Wir lehnen jede Art von Radikalismus strikt ab. Die IG CSD Stuttgart steht für ein weltoffenes Miteinander aller Menschen, egal, wen sie lieben, was sie glauben, wie sie aussehen oder welcher demokratisch verankerten Partei sie angehören.“

Der LSVD hatte zuvor das Gespräch mit Vertreter:innen des CSD Freiburg gesucht. Dieser Austausch war gut und konstruktiv. Letztlich sind die Vorstände beider Verbände überzeugt, dass die Ironie auch nicht in der breiten Bevölkerung verstanden wird.

Eine antifaschistische, linke Gesinnung ist nicht das Problem. Im Gegenteil – die Welt wäre viel besser, wenn es mehr Antifaschist:innen geben würde, die auch auf die Straße gehen. Aber Logo mit Symbol muten ungefähr so an, als würden konservative Veranstalter direkt das Logo der CDU oder der Werte-Union auf ihr Kampagnenmotiv mit drauf nehmen.

Klarstellung 23.06.2023

In der ursprünglichen Version unseres Statements fanden sich ungute Formulierungen. Wir wollten auf keinen Fall Victim Blaming betreiben. Das tut uns leid und wir entschuldigen uns bei allen, die sich durch den entsprechenden Satz angegriffen gefühlt haben.

Ferner wollten wir natürlich zu keiner Zeit die Veranstaltenden in die Nähe zu Gewalt stellen und ihnen damit schaden. Es geht nicht darum, den CSD Freiburg als Veranstaltung in Frage zu stellen. Wir wollten darauf hinweisen, dass wir die Gestaltung des diesjährigen Motivs und damit die Kampagne für problematisch halten. Deswegen scheidet für uns in diesem Jahr eine Teilnahme aus. Aber es steht natürlich jeder*m frei, an diesem CSD wie allen anderen in Baden-Württemberg teilzunehmen. Wir bleiben im Gespräch mit dem CSD Freiburg.


Quelle: https://ba-wue.lsvd.de/2023/06/21/warum-wir-zusammen-mit-der-ig-csd-stuttgart-dieses-jahr-nicht-am-csd-freiburg-teilnehmen/

23.06.23 | FDP Freiburg

Der diesjährige Christopher Street Day in Freiburg findet erstmals ohne die Beteiligung der Freien Demokraten statt. Die Integration des Logos der Antifaschistischen Aktion in Verbindung mit einem schwarz vermummten “Schwarzwaldmädel” in das CSD-Motto ist für uns nicht tragbar. Wir sind solidarisch mit dem Lesben- und Schwulen-Verband Baden-Württemberg sowie allen weiteren Organisationen und Personen, die sich durch diese Symbolik ausgeschlossen fühlen. Antifaschismus, verstanden als Kampf gegen Neonazismus und Rechtsextremismus, gehört zur Grundüberzeugung aller Liberalen. Die Antifaschistische Aktion ist hingegen in weiten Teilen linksextrem und richtet sich gegen den Staat und die freiheitliche demokratische Grundordnung.

»Wenn das bunte Fest der Vielfalt politisch gekapert wird und mehr dem Extremismus als der Mitte der Gesellschaft zuneigt, dann kann ich leider nicht mehr dabei sein.«

— Sascha Fiek, Stadtrat

Die Debatte über die linkslastige Ausrichtung des Freiburger CSD ist nicht neu. Die Demonstration breiter Geschlossenheit für queerpolitische Ziele stand für uns jedoch immer im Vordergrund. Dabei nimmt die Haltung gegenüber Parteien bereits seit Jahren eine Sonderstellung auf der CSD-Landkarte ein: Parteien dürfen nicht mit Reden zur Kundgebung beitragen. Wir dürfen auch keinen Wagen bei der Parade stellen, sondern nur mit Fußgruppen am Ende an der Parade teilnehmen. Dieses Jahr wurden erstmals sogar Infostände untersagt, die für uns besonders wichtig sind, um über unsere Arbeit und Ziele zu informieren sowie um Probleme und Anliegen der Teilnehmer:innen zu hören und in die politischen Prozesse aufzunehmen.

»Für mich kommt dieses Jahr eine Teilnahme nicht in Frage. Der CSD steht in vielen Regionen der Welt für Freiheit, Gleichberechtigung und Vielfalt – in Freiburg sympathisieren die Veranstalter mit Linksextremen und der Antifa.«

— Claudia Raffelhüschen, Mitglied des Deutschen Bundestages

Die unnötige Polarisierung bewirkt eine fatale Spaltung anstelle einer eigentlich notwendigen Integration aller demokratischen Kräfte. Wir bedauern diese Entwicklung sehr, denn die Bekämpfung von Diskriminierung und jeglicher Formen von Gewalt gegenüber LSBTI ist fester Bestandteil unser Bürgerrechts- und Gesellschaftspolitik. Wir freuen uns jedes Jahr auf den CSD als Fest der Vielfalt und die Gelegenheit zum politischen Austausch, der immer auf großes Interesse gestoßen ist.

»Der CSD ist ein fester Termin in unserem Kalender, auf den sich viele unserer Mitglieder jedes Jahr ganz besonders freuen.«

— Hartmut Hanke, Vorsitzender


Die Radikalisierung erscheint uns auch gerade deshalb unverständlich, weil es endlich eine demokratische Regierungsmehrheit für queere Politik im Deutschen Bundestag gibt. Die Ampel-Koalition hat in dieser Wahlperiode bereits viele langjährige Forderungen umgesetzt, die zuvor in Koalitionen mit CDU und CSU nicht umsetzbar waren:

  • Das Transfusionsgesetz wurde geändert, damit die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität bei der Blutspende in Zukunft keine Rolle mehr spielen dürfen.
  • Zur Bekämpfung von Hasskriminalität gelten geschlechtsspezifische und gegen die sexuelle Orientierung gerichtete Motive bei Straftaten zukünftig als menschenverachtende Beweggründe laut Strafgesetzbuch.
  • Die Antragsfrist auf Entschädigung für Opfer des § 175 StGB wurde verlängert.
  • Ein bundesweiter Aktionsplan soll die Akzeptanz und den Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt stärken und Queerfeindlichkeit entgegenwirken.
  • Die bevorstehende Abschaffung des in weiten Teilen verfassungswidrigen Transsexuellengesetzes und die Einführung eines Selbstbestimmungsgesetzes wird die Änderung des Geschlechtseintrags und der Vornamen erheblich vereinfachen.
  • Die geplante automatische Anerkennung der Co-Mutterschaft wird lesbischen Paaren endlich den Umweg über die Stiefkindadoption ersparen.
  • Mit der Unionsfraktion verhandeln wir außerdem über eine Änderung des Artikels 3 im Grundgesetz zur Aufnahme der sexuellen Identität als Antidiskriminierungsmerkmal.

Wir sind selbstverständlich weiterhin offen für einen Dialog und hoffen sehr, nächstes Jahr wieder gemeinsam Flagge zeigen zu können.


Quelle: www.fdp-freiburg.de/warum-wir-nicht-am-freiburger-csd-teilnehmen

23.06.23 | Junge Liberale Freiburg

Liebe Mitglieder und Unterstützer,

wir möchten hiermit unsere Position zur Teilnahme am diesjährigen CSD in Freiburg klären. Es ist bekannt, dass wir als Junge Liberale stolz darauf sind, die LGBTQ+ Community zu unterstützen und uns entschieden für ihre Rechte einsetzen.

Allerdings gibt es schon seit längerem Bedenken und Kritik hinsichtlich der Symbolik und der Botschaften, die von den Organisatoren des CSD Freiburg genutzt werden. Insbesondere die Verwendung von Symbolen, die oft mit linksextremen Gruppen in Verbindung gebracht werden, steht im Widerspruch zu unseren Werten und Überzeugungen. Wir stehen für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und können daher nicht an einer Veranstaltung teilnehmen, die offenbar Gruppierungen unterstützt, die Gewalt befürworten und den Rechtsstaat ablehnen.

Diese Entscheidung trifft uns schwer, da der CSD in Freiburg für uns ein bedeutender und geschätzter Termin ist. Aber wir sehen uns gezwungen, auf die Teilnahme zu verzichten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir unsere Unterstützung für die LGBTQ+ Community aufgeben. Wir sind weiterhin auf der Suche nach alternativen Wegen, um unsere Unterstützung zum Ausdruck zu bringen und freuen uns auf die Teilnahme an anderen CSD-Veranstaltungen, die unsere Werte teilen.

Wir danken euch für euer Verständnis und eure Unterstützung. Unser Ziel ist es, dass der CSD und ähnliche Veranstaltungen Orte sind, an denen jeder seine Identität sicher und stolz feiern kann, ohne dass politische Extreme den Raum einnehmen.

Bleibt gesund und farbenfroh!

Eure JuLis Südbaden


Quelle: https://www.instagram.com/p/Ctzdh2JItYa/

24.06.23 | Junge Union Freiburg

Wie im letzten Jahr hätten wir gerne auch am diesjährigen Jubiläums-CSD in Freiburg teilgenommen. Das Motto traditionsbewusst und grundsolide passt auch zur JU.

Die starke Verflechtung mit der Antifa macht für uns eine Teilnahme allerdings unmöglich. So teilen wir die Bedenken des Lesben- und Schwulenverbands Baden Württemberg zur Vermummung im Logo des CSDs. Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz richtet sich der vereinnahmte „Antifaschismus“ auch „gegen den Staat und seine freiheitliche demokratische Grundordnung“ und passt damit überhaupt nicht zum CSD.

Wir wünschen der queeren Community Freiburg einen schönen CSD und arbeiten weiterhin an einer queer-freundlichen Politik im Rahmen der Demokratie.


Quelle: https://www.instagram.com/p/Ct3gbZWIs32/

24.06.23 | LSU Baden-Württemberg

CSD Freiburg – Komm‘ aus deiner linken Ecke

Die starke Verflechtung mit der Antifa macht es der LSU und der Junge Union Freiburg unmöglich, am diesjährigen Jubiläums-CSD in Freiburg teilzunehmen.

Für uns gehören die queere Community und ihre Themen in die Mitte der Gesellschaft. Dadurch dass sich die Organisatoren des CSD Freiburg aber mit Linksextremisten gemein machen, stellen sie die Anliegen von Homo-, Bi- und Transsexuellen ins Abseits. So etwas schadet der Community. Deshalb können wir uns unter diesen Vorzeichen nicht am CSD beteiligen.

Mit der auf die Fahnen geschriebenen Offenheit und Toleranz war es bereits letztes Jahr beim Freiburger CSD nicht weit her, als der JU-Stand angegriffen und Morddrohungen ausgesprochen wurden. Wir arbeiten weiterhin an einer queer-freundlichen Politik im demokratischen Rechtsrahmen!


Quelle: https://www.facebook.com/LSUbw