Die erste Webseite der Rosa Hilfe (1996)

Beitrag der Rosa Hilfe auf GeoCities:

web.archive.org/web/19990128195624/http://www.geocities.com/WestHollywood/6087/rosahilfe.html


Rosa Hilfe Freiburg e.V.

(Mitglied Im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV))

Wer sind wir?

Seit 1983 existiert in Freiburg das Rosa Telefon als Beratungsangebot von Schwulen für Schwule. Die Rosa Hilfe entstand 1985 als Zusammenschluß mehrerer Schwulengruppen mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Sie ist ein gemeinnütziger, eingetragener Verein, der seit 1990 dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband angehört. Unser Angebot wendet sich in erster Linie an versteckt und offen schwul lebende Männer.

Ziele:

Da Schwule von einem großen Teil der Gesellschaft noch immer nicht als gleichberechtigte Bürger akzeptiert werden, richten sich unsere Bemühungen darauf, einen umfassenden Veränderungsprozeß mitzugestalten. Wir arbeiten mit Gruppierungen und Kräften zusammen, die unsere Forderungen nach Entfaltung individueller schwuler Identität und Gleichberechtigung in der Gesellschaft unterstützen. Wir wollen die Akzeptanz schwuler Männer stärken. Dazu bieten wir Beratungsangebote und Mitarbeit im Verein an.

Arbeitsinhalte/Projekte/Möglichkeiten:

In der Arbeit des Vereins sind zwei Schwerpunkte gelegt. Zum einen hat die Rosa Hilfe ein umfangreiches Beratungsangebot. Grundprinzip hierbei ist die “Hilfe zur Selbsthilfe”. Der andere große Bereich ist die Planung und Durchführung sozialer, politischer und kultureller Veranstaltungen. Daneben bietet die Rosa Hilfe anderen Gruppen ihre Unterstützung (Räumlichkeiten, öffentlichkeitsarbeit) an. Zur Zeit werden die Räume der Rosa Hilfe von drei sich regelmäßig treffenden Gruppen genutzt: den Schwulen Vätern und Ehemännern, den Rosa Panthern, sowie von der Gruppe FLUSS – Freiburgs Lesbisches Und Schwules Schulprojekt.

Beratungsangebote:

Telefonberatung:

Jeden Donnerstag stehen Mitglieder der Rosa Hilfe zwischen 19.00 und 21.00 Uhr für Fragen und Gespräch zur Verfügung. Themen am Telefon sind z.B. schwule Subkultur, Coming-Out, HIV/AlDS, Partnerschaft, Gewalt gegen Schwule. Das Beratungstelefon versteht sich insbesondere auch als Gesprächsangebot zu nach wie vor gesellschaftlich tabuisierten Themen.

Coming-Out-Gruppen:

Zweimal im Jahr, jeweils kurz nach Semesterbeginn (ca. April u. Oktober) leiten zwei Mitglieder die wöchentlich stattfindenden Sitzungen. Für Männer in einer Umbruchsphase soll die Gruppe Hilfestellung und Möglichkeiten des positiven Erlebens von Schwulsein bieten. Dauer ist ca. 10 Wochen. Die Gruppen enthalten Selbsterfahrungselemente und Gespräche über Probleme.

Beratung/Arbeit im Bereich Aids und Aids-Prävention:

Gemeinsame Aktionen mit verschieden Institutionen, wie z.B. der Aids-Hilfe Freiburg dem Gesundheitsamt und insbesondere der Selbsthilfegruppe HIV-POSITIV e.V.

Beratung in Schulen und Pädagogischen Ausbildungsstätten:

wird von der Rosa Hilfe selber seit Gründung der selbständigen Gruppe FLUSS (s.o.) nur noch in seltenen Fällen und auf besonderen Wunsch geleistet.

Sämtliche Gruppenmitglieder, die sich als Leiter einer Gruppe oder als Telefonberater betätigen, sind Mitglied in einer sog. Beratungsgruppe. In dieser Gruppe werden Beratungsgrundsätze aufgestellt, aktualisiert und auftretende Probleme oder Konflikte diskutiert.

Soziale, politische und kulturelle Aktivitäten:

Viele Aktivitäten, die ursprünglich in der Rosa Hilfe entstanden sind, haben sich mittlerweile verselbständigt und werden von eigenen Gruppen und Vereinen weitergeführt: Dazu zählt z.B. die Schwule Filmwoche Freiburg e.V. und die Volley Vous Freiburg – Schwul-Lesbische-Volleyballgruppe. Beide werden immer noch von der Rosa Hilfe unterstützt.

Nach wie vor Bestandteil der Rosa Hilfe ist:

  • Schwules Cafe: Jeden 1. und 3. Freitag im Monat (Strandcafe, Adlerstr.12) und jeden 2. und 4. Freitag im Monat (josfritzcafe, Spechtpassage) findet ab 21.00 Uhr unser Cafe für Schwule und Lesben statt. In Form von “Cafegesprächen” werden Diskussionen und Themen aus der Gruppe in die schwule öffentlichkeit getragen.
  • Sport- und Freizeitgruppen: Zur Zeit existiert eine schwul/lesbische Spielegruppe und eine Wandergruppe.
  • SchwuLesDance: Sechsmal im Jahr findet in der Gaststätte Waldsee eine Tanzveranstaltung statt.
  • Aktivitäten zur Verhinderung von Gewalt gegen Schwule: Abbau von Vorurteilen bei der Freiburger Polizei durch Dialog und gemeinsame Aktionen mit deren Dienststellen. Dabei benötigen wir vor allem auch die Rückmeldung aus der schwulen Szene.
  • Mitarbeit im Freiburger Arbeitskreis Sexualpädagogik: In diesem AK haben sich Gruppen und Verbände zusammengeschlossen, die vornehmlich zum Thema Sexualität Beratung und Hilfe anbieten.
  • Aktivitäten auf Landesebene: Mitarbeit im Baden-Württembergischen Zusammenschluß SAS (Schwule Aktion Südwest) und deren Arbeitskreisen. In unregelmäßigen Abständen werden von der Rosa Hilfe Lesungen und Konzerte organisiert. Zu gegebenen Anlässen werden öffentliche Aktionen sowie politische Informationsveranstaltungen durchgeführt, um auf aktuelle Diskriminierungen hinzuweisen.

Koordination:

Zur Planung und Koordinierung der Aktivitäten treffen sich die aktiven Mitglieder der Rosa Hilfe jeden Donnerstag um 21.00 Uhr in den Räumen der Eschholzstr.19.

Finanzierung:

Neben einem regelmäßigen Mietzuschuß der Stadt Freiburg, erhielt die Rosa Hilfe in der Vergangenheit veranstaltungsgebundene Zuwendungen vom Sozial- und Jugendamt sowie vom Kulturamt. Der größere Teil der Arbeit muß über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert werden. Wer die Arbeit der Rosa Hilfe finanziell unterstützen möchte, dem bietet sich neben einer einfachen Spende die Möglichkeit der Mitgliedschaft. Der entsprechende Antrag wird gerne auf Anforderung zugesandt.