Was wäre das Leben ohne Szene
Während der Recherchen und Vorbereitungen zur aktuellen SchwuF Ausgabe kamen uns immer wieder folgende Argumente zu Ohren: „Die Szene hat sich selber überholt, keiner braucht das mehr; die Schwulen sind immer mehr in ‚normalen’, sprich Hetero-Clubs; weil die meisten schwul-lesbischen Angebote doof sind und außerdem gibt es das Internet“.
Jetzt mal konsequent weitergedacht. Was wäre denn, wenn es wirklich keine Szene mehr gäbe? Wenn keiner mehr Veranstaltungen und Angebote für Schwule und Lesben machte?
Dann wäre der Waldsee natürlich ein ganz normales Restaurant in dem gelegentlich Konzerte und Partys sind. Das SchwuLesDance gäbe es nicht, und somit würde man riskieren von dem heißen Typen, den man anmachen will, eine zentriert zu bekommen, weil er eben nicht schwul, sondern doch nur „metro-sexuell“ ist und mit Schwulen überhaupt nicht klar kommt. Das freitägliche Bier im Strandcafé oder Jos unter Schwuppen / Lesben fällt auch aus, genau wie alle anderen Kneipen, Bars und Cafés in denen man sich unter „Seinesgleichen“ treffen kann.
Gleichgeschlechtliche Tanzkurse sind passé, schwulen- und lesbenbezogene Kultur holt keiner mehr nach Freiburg, Sportangebote für Homos gibt es nicht und im Kino küssen sich auf der Leinwand auch nur noch Mann und Frau, weil sowohl die Schwule Filmwoche, als auch die Lesben Filmtage nicht mehr veranstaltet werden.
Natürlich gibt es das Internet nach wie vor. Aber kann man bei Gaydar ein Bier trinken? Kann man bei Gayromeo eher mit Charakter, Intelligenz und Humor überzeugen als mit Schwanzlänge und Bilder die eben diese beweisen? Kann man bei Lesarion Filme schauen? Klar – für Dates zum Poppen ist das Internet toll, man kann da auch andere Schwule bzw. Lesben kennen lernen, aber ist deswegen die Szene hinfällig?
Das würde dazu führen, dass es eben keine gelebte schwule Kultur mehr gibt. Keine Frauen und Lesben Cafés, keine Men only Partys und kein SchwuF, das über das Leben in der Szene informiert, weil keiner damit zu tun haben will.
Und natürlich führt das zu Vorworten die einfach so aufhö
| tom


