Strategietreffen der Rosa Hilfe auf dem Mundenhof (2004)

Das Rosa Hilfe-Strategietreffen auf dem Mundenhof

Am Samstag, den 06. November trafen sich ca. 25 “schwulenbewegte” Herren und eine Dame zu einer gemeinsamen Tagung, um über die Zukunft der Rosa Hilfe zu beraten. Die Besprechung wurde aufmerksam verfolgt von den Eseln des Mundehofs, die im benachbarten Stall untergebracht waren.

Grund für diese Tagung war die Sorge des Vorstands über die weitere Zukunft des Vereins – fehlt der Rosa Hilfe doch schon seit einigen Jahren der aktive Vereins-“Nachwuchs”. Dies hat zur Folge, dass die Arbeit auf den Schultern von einigen wenigen Aktiven liegt und Traditionsangebote wie das Rosa Telefon kurz vor dem Aus stehen. Auch können neue Impulse und politische Aussagen auf Grund von Zeitmangel nicht aufgegriffen werden und man scheint die Rosa Hilfe in der queeren Szene kaum mehr wahrzunehmen.

Der Einstieg in den Nachmittag machte der Vorstand mit einer Bestandsaufnahme. Es zeigt sich, dass die Rosa Hilfe einen stark ausgeprägten Bereich der “kulturellen und geselligen Dienstleistung” mit sehr positiver Außenwirkung hat. Hierbei wurden vor allem das Freitagscafé, das SchwuLesDance, das “SiF – Schwul in Freiburg” und Pink Culture genannt.

Der Bereich “Beratung und Selbsthilfe” wie Coming-Out-Gruppe, Elterngruppe, Beratungstelefon, Rosa Panther, Schwule Väter und Ehemänner … kämpft wegen fehlender Man-Power um die Existenz oder ist nicht mehr aktiv.

Die politische Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit (über kulturelle Angebote hinaus) fand in den vergangenen Jahren so gut wie gar nicht mehr statt.

Walter Krögner übernahm die Aufgabe, eine Strukturierung des Nachmittags vorzunehmen. Durch seine tatkräftige Moderation und durch die lebhafte Mitarbeit aller Anwesenden war es möglich, einige spannende und originelle Ideen zu entwickeln, die hier in Kürze erläutert werden:

Kooperation zwischen den RoseKids und der Rosa Hilfe

Die Vorstände beider Vereine trafen sich bereits, um mögliche Kooperationen zu besprechen. Hierbei stieß das Angebot der Rosa Hilfe an die RoseKids, die Räume in der Eschholzstraße mitzubenutzen, auf rege Zustimmung.

“Imagepflege” des Vereins

Die Rosa Hilfe muss in der schwulen Szene wieder deutlich sichtbarer werden. Die Angebote des Vereins werden rege genutzt, aber die wenigsten wissen, dass bei SchwuLesDance, Freitagscafé oder Pink Culture die Rosa Hilfe der maßgebliche Veranstalter ist.

Neue Formen der Mitgliederbetreuung

Gesprochen wurde über neue Kommunikationsmethoden, aber auch über “exklusive” Veranstaltungen nur für Vereinsmitglieder – auch um die Mitgliedschaft im Verein attraktiver zu machen.

Möglichkeiten zu Mithilfe

Mehrfach wurde erwähnt, dass einige Mitglieder (aber auch Schwule außerhalb des Vereins) Interesse an gelegentlicher Mitarbeit geäußert hätten, dies jedoch nie in Anspruch genommen wurde. An Hand einer Liste soll dieses Interesse konkret abgefragt werden, damit Mithilfe im Verein leichter möglich wird.

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