Die Sonderbar in der Salzstraße 13 blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.
Die Anfänge in den 80er Jahren
Die Ursprünge der Bar reichen in die frühen 1980er Jahre zurück. An exakt diesem Standort befanden sich schon lange vor der eigentlichen „Sonderbar“ schwul-lesbische Kneipen wie die „Alte Münz“ und das „Krümel Gay“. Die Lage am Ende eines dunklen, schmalen Durchgangs war damals kein Zufall, sondern bot Gästen in einer Zeit gesellschaftlicher Stigmatisierung den nötigen Schutz und Diskretion, um unauffällig hinein- und herauszugelangen.
Gründung als Sonderbar und die 90er Jahre
Am 2. April 1994 eröffnete die Kneipe schließlich offiziell unter dem Namen „Sonderbar“. In der Anfangszeit machten schwule Männer rund 90 % der Besucher aus. Die Bar etablierte sich schnell als gemütliches „Wohnzimmer“ der Szene. Ein bärtiger Barkeeper war damals stadtbekannt dafür, jedem eintreffenden Gast persönlich die Hand zu schütteln. Mitte der 1990er Jahre wurde die Theke verkleinert, um im kleinen Raum mehr Platz zum Tanzen zu schaffen.
Krisen und ein Neustart ab 2008
Die Sonderbar wurde über die Jahrzehnte hinweg immer wieder totgesagt oder als bald schließend gerüchteweise abgetan, hielt sich aber standhaft. Als im Jahr 2008 ein langjähriger Mitarbeiter die Stadt verließ, wurde die Bar unter der Führung von Petra und Tom frisch renoviert. Es wurde eine kleine Bühne eingebaut und neue Formate wie der „Britwoch“ (mit Comedy-Serien wie Little Britain) oder der „Lange Donnerstag“ etabliert.
Renaissance unter neuer Leitung
Eine weitere Zäsur gab es um das Jahr 2009, als die Leitung der Bar von dem 31-jährigen, „offen heterosexuellen“ Betriebswirt Jochen Schmitt übernommen wurde. Obwohl es in der Szene anfangs Bedenken gab, erlebte die Sonderbar unter ihm und seinem Team (u. a. Corinna „Blöhmann“) eine regelrechte Renaissance. Es gelang, das oft als „Altherrentreffpunkt“ abgestempelte Image aufzubrechen und auch wieder ein sehr junges Publikum anzulocken.
Die Sonderbar schloss im Okotber 2025.
Am 20.06.2026 eröffnete die WunderBar am gleichen Ort ihre Türen.















