Dr. Maria Plum war eine Pionierin der Rechtswissenschaften und eröffnete 1928 als erste niedergelassene weibliche Rechtsanwältin Freiburgs ihre eigene Kanzlei. Geboren 1894 in Berlin, spezialisierte sie sich entgegen der damaligen Erwartungen auf Wirtschaftsrecht und führte ihr Büro in der Schreiberstraße mit großer Disziplin und Strenge, bewahrte sich jedoch eine tiefe Herzensgüte gegenüber ihren Angestellten, die sie oft als ihre „Kinder“ bezeichnete. Plum fiel durch ihr maskulines Auftreten auf; sie trug Herrenhaarschnitte sowie Kostüme, die Herrenanzügen nachempfunden waren, und lehnte die Feminisierung ihrer Berufsbezeichnung konsequent ab. Privat lebte sie über Jahrzehnte in einer eheähnlichen Beziehung mit ihrer Bürovorsteherin Marie Luise Goppel zusammen, was in Freiburg als „offenes Geheimnis“ galt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus leistete Plum beruflichen Widerstand, indem sie ihre Kanzlei für junge Rechtsreferendarinnen öffnete, denen der Zugang zum Staatsdienst verwehrt blieb, und jüdischen Familien bei der Emigration sowie der Sicherung ihres Vermögens half. Als Vorstand des Deutschen Akademikerinnenbundes in Freiburg organisierte sie zudem Strategien, um jüdischen Mitgliedern durch geheime Absprachen und Hintertüren weiterhin die Teilnahme an Treffen zu ermöglichen. Nach dem Krieg engagierte sie sich in Restitutionsverfahren für jüdische Überlebende und wurde aufgrund ihrer Verdienste zur Ehrensenatorin der Universität Freiburg ernannt. Maria Plum verstarb tragisch im Jahr 1962 bei einem Autounfall auf der heutigen B31.