
Das im Januar 1972 unter dem Pseudonym Heinz Heger veröffentlichte Werk „Die Männer mit dem rosa Winkel“ ist der weltweit erste publizierte autobiografische Zeitzeugenbericht über das Schicksal homosexueller Menschen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Das Buch erzählt die wahre Leidensgeschichte des Wieners Josef Kohout, der 1939 wegen eines Liebesbriefs an einen Mann verhaftet und anschließend jahrelang in den KZ Sachsenhausen und Flossenbürg gefangen gehalten wurde.
Eindringlich schildert der Bericht die grausame Lagerhierarchie, in der die Träger des rosa Winkels ganz unten standen und systematischen Misshandlungen, mörderischer Schwerstarbeit und medizinischen Versuchen ausgesetzt waren. Über die Befreiung 1945 hinaus dokumentiert das Werk das bittere zweite Stigma der Nachkriegszeit, in der die Überlebenden durch fortbestehende Strafgesetze weiter kriminalisiert und nicht als offizielle NS-Opfer anerkannt wurden.
Mit dieser Veröffentlichung brach das Buch ein jahrzehntelanges gesellschaftliches Tabu, gab der modernen Schwulenbewegung entscheidende Impulse und machte den Rosa Winkel weltweit zum Symbol für Widerstand und Stolz.
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