Zeitschrift: Die Freundschaft (1919-1933)

Das erste Heft der “Freundschaft” (1919) mit seiner programmatischen Schlagzeile über den Paragrafen 175 StGB, der homosexuelle Handlungen unter Männern unter Strafe stellte

Die Freundschaft (oder nur: Freundschaft) war eine deutsche Zeitschrift für homosexuelle Männer, die von 1919 bis 1933 erschien. Sie wird heute als wichtigste deutsche Homosexuellenzeitschrift der Weimarer Republik, insbesondere in der Zeit bis 1922, angesehen. Anfang 1923 verlor sie jedoch ihre Bedeutung als zentrales Organ der deutschen Homosexuellenbewegung.

Geschichtliche Entwicklung

Die Freundschaft erschien am 13. August 1919 mit einer Startauflage von 20.000 Exemplaren, die sich kontinuierlich steigerte. Über eine Auflage von 40.000 bis 50.000 Exemplaren ist sie vermutlich aber nicht hinausgekommen. Sie trug mit dazu bei, dass sich eine homosexuelle Publizistik etablieren konnte, die während der Zeit der Weimarer Republik rund 20–30 unterschiedliche Zeitschriften hervorbrachte. Die Freundschaft hatte eine Vorreiterrolle, was auch dadurch deutlich wird, dass 1922 zwei Konkurrenzblätter (Freundschaft und Freiheit; Uranos) in der Freundschaft aufgingen. Es war der Beginn einer Massenpublizistik, die eine eher wissenschaftliche Publizistik (Magnus Hirschfeld, das WhK und das Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen) und diejenige einer eher elitären Bewegung (Adolf Brand und Der Eigene) hinter sich ließ. Von 1919 bis 1923 erschien die Freundschaft wöchentlich und steigerte ihre Seitenzahl von zunächst vier auf später 16 Seiten. Vor der Inflation betrug der Preis meistens 10 Pfennig pro Blatt, also z. B. 40 Pfennig für acht Seiten. Im Vergleich zu Tageszeitungen war sie damit recht teuer, was von einigen Käufern kritisch angemerkt wurde.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Freundschaft_(Zeitschrift)

Ein Kioskverkäufer in Berlin, der auf beiden Zeitungsständern jeweils auf der linken Seite (in der Mitte) auch die “Freundschaft” zum Verkauf anbot (um 1928)