
Das lila Lied ist die erste Hymne der Homosexuellen aus dem Jahre 1920, der zur damaligen Zeit ein erstaunlicher Erfolg beschieden war.
Nach der Ausrufung der Weimarer Republik begann für die Lesben und Schwulen eine kurze Zeit der Verbesserung. Es war zwar ein dauerndes Auf und Ab, je nach den politischen Verhältnissen, aber durch die Etablierung grundlegender demokratischer Rechte und den Wegfall der Zensur kam es zur Bildung einer ersten Homosexuellenbewegung und einem Auftrieb schwul–lesbischen Selbstgefühls, vor allem in den Städten und insbesondere in Berlin. Durch den Spielraum entstanden viele neue Verbände, Klubs und Kneipen. 1919 gründete Magnus Hirschfeld sein Institut für Sexualwissenschaft[3], im selben Jahr drehte Richard Oswald mit Anders als die Andern den ersten deutschen Kinofilm, der sich mit Homosexualität auseinandersetzte, und 1921 fand die „Erste internationale Tagung für Sexualreform auf sexualwissenschaftlicher Grundlage“ statt.