Am Samstag, den 20. Juni 2026, zog die Parade unter dem Motto “Resisdäncia – Party, Sahne, Widerstand” durch die Innenstadt. Mit rund 17.000 Teilnehmenden bei historischen 35 Grad im Schatten und einer fulminanten Kundgebung (u. a. mit dem Performance-Kollektiv Pussy Riot) war es der bisher heißeste CSD der Stadtgeschichte. Der Freiburger CSD wird ehrenamtlich vom CSD Freiburg e.V. organisiert: freiburg-pride.de
Resisdäncia – Party, Sahne, Widerstand
In Zeiten, in denen faschistische Ideologien wieder erstarken, queere Existenzen angegriffen und unsere Rechte infrage gestellt werden, möchten wir daran erinnern: Unsere bloße Existenz ist politisch. Unsere Leben, unsere Körper, unsere Liebe und unsere Freude sind Widerstand. Wenn wir sichtbar sind, wenn wir laut sind, wenn wir tanzen, lachen und feiern, dann stellen wir uns aktiv gegen die Kräfte, die uns zurückdrängen wollen.
Dabei dürfen wir nie vergessen, woher Pride kommt: Die erste Pride war ein gewaltsamer Aufstand, ausgelöst durch Polizeigewalt gegen queere Menschen, welche in Frieden lachen, feiern, tanzen und einfach sie selbst sein wollten. Diese Geschichte verpflichtet uns. Sie zeigt, dass unsere Kämpfe immer auch um Räume der Freude, der Freiheit und des gemeinsamen Erlebens geführt wurden.
Widerstand in all seinen Formen. Das Zelebrieren unseres Seins als Protest. So wie der Christopher Street Day seitdem immer war und immer sein wird. Unsere Freude ist kein Gegensatz zum Widerstand, sie ist Teil davon. Unsere Party ist kein Rückzug aus der Politik, sie ist ihre Verkörperung im Alltag, im Miteinander, im öffentlichen Raum. Gerade in einer Gesellschaft, die uns Unsichtbarkeit aufzwingen will, ist kollektive Lebensfreude ein radikaler Akt.
„Wenn ich dabei nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution!“ Dieses oft Emma Goldman zugeschriebene Zitat bringt auf den Punkt, worum es uns geht. Widerstand muss nicht nur laut und kämpferisch sein, er darf und muss auch lebendig, sinnlich und voller Freude sein.
„Resisdäncia – Party, Sahne, Widerstand“ steht genau für diese Verbindung. Für eine Praxis des Widerstands, die nicht nur kämpft, sondern auch genießt. Für einen Protest, der nicht nur wütend, sondern auch lustvoll ist. Für eine Bewegung, die sich nicht vorschreiben lässt, wie “richtiger“ Widerstand auszusehen hat.
Wir feiern, weil wir uns nicht brechen lassen. Weil wir uns gegenseitig stärken. Weil wir zeigen:
Wir sind da, wir bleiben da, und wir werden lauter.
Gemeinsam. Sichtbar. Unaufhaltsam.
Bella Ciao
Quelle: https://freiburg-pride.de/2026/06/08/resisdaencia-party-sahne-widerstand/




Wagenreihung bei der Demo
- Brasilikum
- CSD Freiburg (Wagen)
- Queerfeldein
- FFFAUDGB
- Rosekids (Wagen)
- FLCD (Wagen)
- CSD Karlsruhe
- Rosa Hilfe (Wagen)
- Antifaschistischer Block
- ILSE & Familienblock
- Queer Science
- Bretterbude (Wagen)
- UniqueEr
- Regenbogenreferat
- Fast Music – Slow People (Wagen)
- Amnesty
- SPD/Jusos
- Kulturraum (Wagen)
- Juicy Loops
- Heimatliebe Records (Wagen)
- Grüne Jugend
- Café Ruef (Wagen)
- Die PARTEI
- Tech Town (Wagen)
- Fragmente
Fotos: CSD 2026 in Freiburg – bunter Party-Protest in der Innenstadt
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