Der CSD Freiburg 2002 stand unter dem Motto „Gemeinsam sind wir unwiderstehlich“. Die Veranstaltung legte ihren Fokus weniger auf Politik und mehr auf Party und Unterhaltung, mit Konzerten im Stadtgarten sowie einer Party-Area in der Ludwigsstraße.
Grußwort von Gerhard Schröder
Der Christopher Street Day ist eine Demonstrationnstration für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Es ist Kennzeichen einer offenen Zivilgesellschaft, alle Lebensformen, soweit sie auf freiwilligem und friedlichen Miteinander basieren, zu tolerieren und ihnen darüber hinaus den notwendigen Raum zur Entfaltung zu geben.
Die Bundesregierung hat mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz hierzu einen wertvollen Beitrag geleistet. Schwule und lesbische Paare haben die Möglichkeit, ihre Partnerschaft rechtlich abzusichern und auf eine langfristige angelegte, verlässliche Arbeit zu stellen.
Der Christopher Street Day hat inzwischen in vielen deutschen Städten Tradition und ist vielerorts zu einem Fest für die gesamte Bevölkerung geworden. Unsere Gesellschaft ist durch den Christopher Street Day bunter, aber auch offener und toleranter geworden. Damit das so bleibt, müssen wir alle gemeinsam für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung eintreten. In diesem Sinne ist der Christopher Street Day ein Fest für uns alle.
Allen Veranstaltungen zum Christopher Street Day 2002 wünsche ich viel Erfolg und allen seinen Besucherinnen und Besuchern ein informatives, vor allem aber ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm.
Gez. Gerhard Schröder
Berlin, im Februar 2002
Grußwort von Dieter Salomon für den CSD in Freiburg
Liebe Lesben, Schwule und Transidente,
ich freue mich, dass Sie dieses Freiburg als Ort für die Durchführung des Christopher Street Day gewählt haben. Das wurde auch mal Zeit, kann ich als Freiburger nur sagen. Nicht nur die Szene, sondern ganz Freiburg fiebert dem Ereignis schon freudig entgegen. Mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft ist uns im letzten Jahr ein Stück Gleichstellungspolitik geglückt, das sogar die konservative Landesregierung nur murrend hinnehmen, aber nicht blockieren konnte. Auch in Freiburg gab es noch vereinzelt Kräfte des gesellschaftlichen Gestern, die sich eine Veranstaltung wie die Ihre in ihrem schönen Städtchen nicht vorstellen konnten. Wir konnten sie mittlerweile eines Besseren belehren und haben die Brocken, die sie Ihnen in den Weg legen wollten, beiseite geräumt.
Freiburg freut sich auf Sie. Genießen Sie es. Haben Sie Spaß. Der Sommer in Freiburg ist durch nichts zu übertreffen.
Dr. Dieter Salomon
Quelle: web.archive.org/web/20020502064553/http://www.csd-freiburg.de/schirm/gruss.html
Forderungskatalog des Lila-Rosa Runden Tisches Freiburg
Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle werden nach wie vor in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz diskriminiert. Zwar hat sich die Situation insbesondere für die Schwulen in den letzten Jahren entspannt, andererseits wird das Anderssein in weiten Teilen der Gesellschaft nicht akzeptiert. 5-10% der Bevölkerung sind lesbisch bzw. schwul. Das bedeutet für Freiburg, dass zwischen 10.000 und 20.000 Menschen schwul oder lesbisch sind. Aus diesem Grunde muß Kommunalpolitik in Freiburg sich dafür stark machen, dass
1. Die bestehenden Unterstützungen der Stadt für Selbsthilfeorganisationen erhalten bleiben (Mietübernahme, Unterstützung der Schularbeit, Städtische Jugendarbeit, Stellenausstattung) und weiterentwickelt werden
2. Bestehende Infrastruktureinrichtungen in der Szene erhalten und weiterentwickelt werden (Treffpunkte, Strandcafe, Colombipark, geschützte Räume, Switchboard, Lesbenfilmtage, Schwule Filmwoche, Beratungsstellen) und auch weiterhin Anschub für neue Initiativen ermöglichen
3. Kommunale Strukturen geschafft werden, die die Emanzipation von Schwulen, Lesben, Bi-und Transsexuellen und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft und den Abbau bestehender Diskriminierungen fördern. (Antidiskriminierungsstelle, je ein/e Gleichstellungsbeauftragte/r; Lila-Rosa Runder Tisch als institutionalisiertes Beratungsgremium der Stadtverwaltung; Wohnraumbewirtschaftung; Stadt Freiburg als Arbeitgeberin; Fortbildungen zum Thema Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle; Aufarbeitung schwuler u. lesbischer Geschichte in Freiburg vor und nach dem 2.Weltkrieg; offensives Eintreten der Kommune für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle; Straßenbenennungen)
4. Schwule und lesbische Veranstaltungen als willkommenes Element der Freiburger Kulturszene unterstützt und gefördert werden (schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Kulturveranstaltungen besitzen große Attraktivität nicht nur für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle. Attraktives Angebot führt Touristen und Menschen aus dem Umland nach Freiburg. Dies ist auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sehen)
5. Binationale Lebensgemeinschaften zusammengeführt werden (Bleiberecht für schwule und lesbische Lebenspartner/innen)
6. AusländerInnen mit HIV oder AIDS sowie Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle, die aufgrund ihrer sexuellen Identität verfolgt werden, nicht abgeschoben werden
7. Eine Akzeptanzsteigerung gegenüber Minderheiten als wichtiger Bestandteil der Gewaltprävention erreicht wird (der Gemeinderat und die Stadtverwaltung sollen sich bei den zuständigen Landesbehörden dafür einsetzen, dass das FLUSS-Projekt und der SexPäd-AK verstärkt zur Akzeptanzsteigerung bei Jugendlichen beitragen können)
8. Die aktive Unterstützung der AIDS-Prävention beibehalten und weiterentwickelt wird
Quelle: https://web.archive.org/web/20020502064400/http://www.csd-freiburg.de/politik/katalog.html
08. Mai 2002
Schwule und Lesben sind nicht nur in den “daily soaps” als bunt schillernde Farbtupfer gefragt. Die bis jetzt getroffenen Vereinbarungen mit den Fernseh- und Radiosendern zeigen dem CSD-Verein, dass die Presse die Notwendigkeit der jährlichen CSDs erkannt hat. Unabhängig von der gesellschaftspolitischen Arbeit des Vereins, der sich für eine Akzeptanz und Gleichstellung sexueller Minderheiten einsetzt, ist für die Medien aber sicherlich das zu erwartende bunt-schrille Auftreten der Demonstration- und FestteilnehmerInnen von Interesse.
“Die schwullesbische Szene will auffallen, denn es hat sich gezeigt, dass man mit politischen Sprüchen alleine nicht die Massen in der Bevölkerung erreicht” so Markus Hollerbach vom CSD-Vorstand. Aber genau das ist das Anliegen der jährlich und weltweit stattfindenden CSDs. Das diese Strategie richtig ist, zeigt das überregionale Interesse an dem Freiburger Megaspektakel. So wird unter anderem Lilo Wanders als Stargast erwartet. Der dann amtierende Freiburger Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon und Ute Vogt (MdL) werden als Schirmherr und Schirmherrin dabei sein, und der Fernsehsender B-TV wird die Demonstration live übertragen, sowie im Vorfeld über den CSD in Freiburg informieren und berichten. Des weiteren haben verschiedene Radiosender ihr Interesse an einer Liveübertragung der Demonstration signalisiert.
Quelle: https://web.archive.org/web/20020604185350/http://www.csd-freiburg.de/presse/08052002.html













