Die linke Buchhandlung Jos Fritz wurde 1975 in Freiburg gegründet und stand mit ihrer Schwulen Ecke in der Tradition schwuler Buchläden, die ab den 1970er Jahren in deutschen Städten entstanden – die älteste davon in Berlin.
Schwule Buchhandlungen spielten in dieser Zeit eine zentrale Rolle, die weit über den reinen Verkauf von Literatur hinausging. Sie fungierten als Postadresse und Treffpunkt von Gruppen, als erste Anlauf- und Beratungsstelle für Schwule im Coming-out und vor allem als Informationspools zur Auslage von Flyern, oder für Poster und Aushänge. Vor dem Internetzeitalter waren diese Orte unverzichtbar für die Kontaktaufnahme, Gruppenorganisation sowie die Beschaffung und Verbreitung von Informationsmaterial. Sie boten zudem eine wichtige Alternative zu den nur nachts geöffneten Szenekneipen und ermöglichten Austausch und Begegnung in einem weniger anonymen Rahmen.
Das Jos Fritz war zwar keine rein schwule Buchhandlung, erfüllte diese Funktionen jedoch durch sein traditionell großes Angebot an queerer Literatur ebenfalls. Die enge Verbindung zur Rosa Hilfe und zum Rosa Telefon, die zeitweise dort ihre Heimat fanden, war dabei typisch für die 1980er Jahre, bis die Gruppen später in die Eschholzstraße umzogen. Die Buchhandlung diente verschiedenen aktivistischen Gruppen als Treffpunkt und Postadresse und prägte damit die schwul-lesbische Infrastruktur in Freiburg nachhaltig.
Quelle: history.rosahilfefreiburg.de/ereignis/die-buchhandlung-jos-fritz/


Bilder aus Filmaufnahmen von 1992



